1768 wurde Johann Melchior Kubli Landschreiber in Glarus, der damals erst 17 jährige übernahm damit das Amt seines verstorbenen Vaters. Seiner Talente im Schreiben verdankte er eine vorzeitige Mündigkeitserklärung, die auch dieses Amt erst möglich machten. Er war während 24 Jahren Landschreiber und als solcher auch im Amt, bei dem Hexenprozess gegen Anna Göldi im Jahre 1782.
Im Jahre 1776 wurde er zum Ratsherr in Glarus gewählt. Daneben hatte er diverse Ämter inne, wie im Ehrenamt des Landesfähnrich, Salzdirektor, Oberaufseher über das Baumwollgespunst, Schrankenherr.
1796 reiste er in diplomatischer Mission nach Österreich um Prinz Carl, Erzherzog von Österreich zu treffen. Im darauffolgenden Jahr wirkte er als Schirmherr bei der Intervention in St. Gallen. Für seine Tätigkeiten erhielt er zwei goldene Medaillen als Dank.
1798 wurde er dann in den helvetischen grossen Rat gewählt als Senator des Kantons Lindt, welchem er bereits im November als Präsident vorstand. Damit erreichte er das höchste politische Amt. 1800 wurde der helvetische Rat in einem Staatsstreich abgeschaft. In dieser Zeit erarbeitete er zusammen mit dem Luzerner Senator Krauer eine neue Bundesverfassung, die noch heute als modern gilt.
Im Jahr 1808 siedelte er nach Quinten über und widmete sich der Landwirtschaft, dem Weinbau und der Schafzucht. Doch bereits 1815 packt ihn die Politik wieder. Er wird in den Regierungsrat des jungen Kanton St. Gallen gewählt. Dort amtet er bis 1830. Die letzten Jahre verbringt er in seinem Haus in Quinten, wo er im Januar 1835 stirbt.